Tierkrankenversicherung

Was ist eine Tierkrankenversicherung

Anders als eine Hundehaftpflichtversicherung ist eine Tierkrankenversicherung keine Pflichtversicherung*.

Bei der Tierkrankenversicherung gibt es, je nach Versicherungsgesellschaft, mittlerweile unterschiedliche Versicherungsmodelle:

  • OP-Versicherung
  • Krankenvollversicherung
  • Zwingerversicherung

Zusätzlich unterscheiden sich alle Modell noch im Leistungsumfang, in der Deckungssumme, in der Höhe der Selbstbeteiligung und ob und in welcher Höhe z.B. Vorsorgeleistungen, wie etwa Impfungen und Parasitenprophylaxe, abgedeckt sind.


*bezogen auf Niedersachsen

 

Worauf muss ich achten?

Es ist ratsam sich damit auseinanderzusetzen, welche Erkrankungen bei der jeweiligen Hunde- oder Katzenrasse oft auftreten, bzw. für welche Krankheiten und/oder Erkrankungen Prädispositionen bestehen. 
(z.B. treten im Praxisalltag oft Zahnprobleme bei Main Coon, Perser und Britisch Kurzhaar Katzen und Ohrenentzündungen beim Cocker Spaniel und Retrievern auf)
Im Bezug auf Rasseprädispositionen muss geschaut werden, ob nicht genau diese bei der jeweiligen Versicherung als Ausschluss angegeben sind. 
Möchte ich mit meinem Hund/meiner Katze züchten, muss ich ebenfalls schauen, ob Leistungen im Zusammenhang mit Trächtigkeit und Geburt, sowie der Welpenversorgung in den ersten 8 Lebenswochen abgedeckt sind.  

Bei Katzen und Hunden bis 15 Kg KGW rate ich dringend dazu, eine Tierkrankenversicherung abzuschließen, die Zahnbehandlungen komplett mit abdeckt. Erfahrungsgemäß ist bei jeder Katze und bei jedem Hund bis 15 Kg KGW mindestens einmal im Katzen- bzw. Hundeleben eine Zahnsanierung (Zahnsteinentfernung, Politur, Dentalröntgen) notwendig. Dabei gilt es nicht, zu sagen, "meine Katze/Hund war noch nie beim Tier(zahn)arzt/-ärztin" und damit zu meinen, dass es nicht nötig wäre oder ist. Nur eine kontrollierte Maulhöhle kann als unauffällig und somit gesund beurteilt werden. Mehr dazu unter Initiative Gesunde Schnuten.

 

Ist eine Tierkrankenversicherung "Geldverschwendung"?

Das zeigt sich letztlich erst am Ende eines Hunde- bzw. Katzenlebens. Denn erst dann kann man ein Resümee ziehen. War der Hund besonders oft oder chronisch krank? Hatte die Katze viele Unfälle oder Kampfverletzungen?
Mit einer Versicherung ist man nach Ablauf der Wartezeit, bzw. bei den meisten Versicherungen bereits in der Wartezeit, abgesichert, wenn z.B. der  junge Hund vors Auto läuft und der Beinbruch operativ versorgt werden muss. In solch einem Fall hatte man keine Möglichkeit durch monatliche Rücklagen ein finanzielles Polster anzulegen um die mitunter hohen Kosten zu begleichen. So eine Operation kann gut und gerne mehrere tausend Euro kosten, besonders, wenn das Tier anschließend stationär und/oder physiotherapeutisch versorgt werden muss und das eingebaute Material in späteren Operationen wieder entfernt werden muss. Bei Tierkrankenvollversicherungen sind zudem auch die Kontrolluntersuchungen mittels bildegebender Verfahren idR mit abgedeckt.

Für mich war es eine klare Entscheidung, dass trotz meines Berufes jede meiner Dacklings eine Tierkrankenvollversicherung bekommt. Immerhin wurde die Diskopathie (Bandscheibenvorfall) - umgangssprachlich "Dackellähme" - nach dem Dackel benannt.
Die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zur Diagnosestellung des Bandscheibenvorfalls ist in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) mit den Ziffern 175 (CT) und 177 (MRT) im einfachen Satz mit CT 350,00 € bzw. MRT 700,00 €, durch die Praxis/Klinik abzurechnen. Im Notdienst ist per Gesetz mindestens der zweifach Satz, also CT 700,00 € und MRT 1400,00 €, abzurechnen. 
In diesen Kostenpositionen ist weder die Untersuchung, noch die Injektion von Schmerzmitteln, noch die Narkose und Intubation, geschweige denn die ggf. notwendige Operation enthalten. 

Sicherlich ist es für viele ein Argument, dass das Geld, welches in Form von monatlichen oder (halb-)jährlichen Beiträgen in eine Versicherung eingezahlt wird, am Ende "weg" ist. Dennoch ist es individuell zu entscheiden, ob ein:e Tierbesitzer:in in der Lage ist ad hoc und fortlaufend die Kosten von Krankheit und/oder Unfall stemmen zu können, oder ob er/sie auf die Sicherheit der Masse setzt (so das Prinzip von jeder Versicherung), und im Krankheitsfall abgesichert ist. 

Immerhin steht das Wort "sicher" in jeder Versicherung ;-) und Sicherheit ist u. a. genau das, was ich mir für das Leben meiner Dacklings wünsche.

Und mal ehrlich, rechnen wir jeden Monat unsere Krankenversicherung nach, ob sie sich "gerechnet" hat und gehen sonst im nächsten Monat einmal mehr zum Arzt? Sicher nicht. Stattdessen geht es darum, den Ernstfall abzusichern und sich keine Gedanken über das ob und wie von medizinischer Versorgung zu machen.

 

Wo kann ich mich informieren?

In den letzten Jahren schossen eine Vielzahl von Tierversicherungen und Tierversicherungstarifen wie Blumen  im Frühling aus der Erde.  Da den Überblick zu behalten ist nicht einfach. Letztlich muss jeder für sich und sein Tier individuell entscheiden, welche Versicherung, welcher Leistungsumfang und  welcher Tarif zu einem passt.
Es gibt diverse Vergleichsportale, wie beispielsweise die Eisbaumtabelle.

Sicherlich kann man in der Praxis oder Klinik nachfragen, ob es Erfahrungswerte mit der ein oder anderen Versicherung gibt. Letztlich ist die Praxis/Klinik kein Versicherungsmakler und kann keine Beratung zu Versicherungen geben, dafür gibt es auch einfach zu viele mittlerweile.

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