Veganer Hund? Das geht!

Der Inhalt dieses Kapitels ist noch in der Entstehung und teilweise unvollständig.

Futtermittelunverträglichkeit, was nun? Monoprotein, hydrolysiert, vegetarisch, vegan?

Monoprotein

Hierbei handelt es sich im Idealfall um Futter, dass lediglich eine tierische Proteinquelle enthält. Dafür sollte immer die Inhaltsangabe/Zusammensetzung des Futters genau gelesen werden. Bei Angaben wie "mit Huhn" handelt es sich meist nicht um ein Monoprotein-Futter. Auch bei der Angabe "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ist nicht gesagt, dass dies ausschließlich von einer Tierart stammt.

Ist tatsächlich nur eine Tierart als Proteinquelle angegeben handelt es sich, wie auch bei anderem Hundefutter nicht um reines Muskelfleisch, sondern um sogenanntes Separatorenfleisch und andere Schlachtteile.

Ein großer bekannter Hundefutterhersteller, der auf der Dose unter der Aufschrift "Singlefleisch Rind Pur" saftige Skelett-Muskelfleischstücke abbildet, hat in seiner Inhaltsangabe beispielsweise folgendes stehen: "65% Rind (Lunge, Leber, Pansen, Euter, Niere, Muskelfleisch), Trinkwasser, Mineralstoffe, Leinöl, Rübenfaser." Das Abgebildete Skelett-Muskelfleisch steht an letzter Stelle dieser Aufzählung, ist also in diesen 65 % am wenigsten enthalten.

 

Achtung bei Insektenprotein. 

Hunde, die z.B. auf Futter-/Vorrats-/Hausstaubmilben allergisch reagieren, können Kreuzreaktionen mit Insektenproteinen und Krebstieren haben. Somit ist Insektenprotein kein Allheilmittel und nicht immer eine adäquate alternative Proteinquelle. Zudem ist, wie bei jeder Massentierhaltung, der Einsatz von Antibiotika und anderen Mitteln notwendig. Bei Insekten gibt es bisher noch keine Regelungen zum Einsatz von z.B. Antibiotika und Fungiziden.

 

Hydrolysiert

Der Markt bietet eine Vielzahl von hydrolysierten Diäten an, bei denen die Proteine in sehr sehr kleine Teile aufgespalten werden, damit der Körper sie nicht mehr als Allergen erkennt (Größeneinheit für diese Hydrolyse ist Dalton). Dieses hydrolysierte Futter wird zum Beispiel aus Federprotein hergestellt, wobei die Hydrolyse ein sehr kostenintensives Verfahren ist. So ein Sack Futter kostet dann schnell 14€ pro Kilo. 

Bei meinen drei kleinen Zwergen, mit 3,7 Kg KGW (Lups) bis 4,5 Kg KGW (TschuTschu) mag das noch verkraftbar sein, aber für größere Hunde kann dies schnell zur finanziellen Belastung werden.

Oftmals ist eine hydrolysierte Diät, bei der die Proteine in ganz kleine Teile (Dalton) aufgespalten wurden für hochgradig Futtermittelunverträgliche Hunde nicht ausreichend und es ist ratsam die unverträglichen Stoffe komplett zu eliminieren. 

 

Vegetarisch

Bei vegetarischer Fütterung handelt es sich, wie auch beim Menschen, um den Verzicht auf Fleisch und Fisch. Stattdessen werden Milch, Milchprodukte und Eier konsumiert. Je nach Proteinunverträglichkeit kann es auch hier zu Kreuzkontaminationen kommen z.B. bei Unverträglichkeit auf Rind und somit eine Unverträglichkeit auf Kuhmilch.

Und auch hier ist zu beachten, dass Hunde, wie wir Menschen und jede andere Säugetierart, i.d.R. nur bis zu einem bestimmten Alter laktosetolerant sind, also in der Lage sind Laktose in Muttermilch zu verstoffwechseln. Genau genommen handelt es sich danach nicht um eine Laktoseintoleranz, sondern das Tier, resp. der Mensch, ist erwachsen geworden.  Aufgrund von genetischen Anpassungen (Mutation, Evolution) ist es heutzutage vielen Hunden, wie auch Menschen, möglich noch im Erwachsenenalter Laktose aus Säugetiermuttermilch zu verstoffwechseln.

Bei Eiern ist unbedingt darauf zu Achten, dass das Eiweiß nicht roh verfüttert wird, da das darin enthaltene Avidin die Aufnahme von Biotin (Vitamin B7) hemmt. Ein rohes Hühnerei ist somit, entgegen der althergebrachten Meinung, nicht gesundheitsfördernd für Hunde.

 

Vegan

Vorab möchte ich erwähnen, dass es seit 2022 Studie(n) gibt, die sich mit dem Thema veganer Ernährung beim Hund beschäftigt haben und aktuell keine gesundheitlichen Nachteile für die Hunde zutage brachten.  Ganz im Gegenteil....

Hunde vegan ernähren: Ist das gesund? • Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt

 

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Herstellern veganer Hundealleinfuttermittel, ob nun als Trocken- oder Feuchtfutter.  Wie bei jedem Futter sollte darauf geachtet werden, dass In- und Output in einem guten Verhältnis stehen, und es keine Verdauungsprobleme durch z.B. Proteine aus Hülsenfrüchten gibt. Auch hier gibt es mittlerweile Futtersorten, die keine Hülsenfrüchte enthalten und somit auch bestens für Magen-Darm empfindliche Hunde geeignet sind. 

Abgesehen davon, dass veganes Hundefutter ohne Tierleid produziert wurde und eine bessere CO2-Bilanz hat, ist es auch für den Geldbeutel von Frauchen und Herrchen eine Freude, da es in den meisten Fällen günstiger ist, als Hundefutter mit tierischen Inhaltsstoffen, bei gleicher Qualität.

Zum Nachdenken:

Ein weiterer wichtiger Gedanke, der von niemandem außer Acht gelassen werden kann und darf ist der Speziesismus und die Frage, warum mein Hobby-Nutztier "Hund" mehr Privilegien auf ein artgerechtes, glückliches und langes Leben und einen wirklich angst- und schmerzfreien Tod haben sollte, als ein Rind, Schwein, Huhn, Hirsch, Schaf, Ente, Kaninchen etc.

Denn meinen Hund "braucht" dieser Planet nicht und es ist ein reines, vom Menschen produziertes, Luxushobby, dass eine Wirtschaft finanziert, die für abertausende andere Tiere Leid und Tod bedeuten. Auch wenn nicht explizit für Hundefutter Tiere getötet werden, so machen die Produzenten doch ein gutes Geschäft mit den "nicht für den menschlichen Verzehr geeigneten" Leichenteilen, die sie sonst teuer entsorgen müssten, jetzt aber in z.B. in Hundefutter landen. Als Kund/in, die Hundefutter aus tierischen Produkten kauft, sorgt man also auch dafür, dass sich das Geschäft mit dem Leid finanziell lohnt.

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